Jedes Tier reagiert anders auf Wärme.
- Hunde können kaum schwitzen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln und in geringem Maße über ihre Pfoten.
- Katzen suchen meist selbst kühle Plätze.
- Kaninchen vertragen Hitze nur schlecht.
- Pferde verlieren viel Flüssigkeit und benötigen besonders viel Wasser. Deshalb braucht jede Tierart im Sommer die richtige Unterstützung.
Welche Tiere sind besonders gefährdet?
Grundsätzlich kann jedes Haustier schnell unter ungewohnter Hitze leiden. Einige Tiere sind jedoch besonders gefährdet. Dazu gehören alte, chronisch kranke sowie sehr junge Tiere. Auch übergewichtige Tiere haben häufig Schwierigkeiten, ihre Körpertemperatur ausreichend zu regulieren.
Besondere Vorsicht ist außerdem bei kurznasigen Hunderassen wie Mops, Französischer Bulldogge, Boxer oder Shih Tzu geboten. Aufgrund ihrer verkürzten Atemwege können sie überschüssige Wärme deutlich schlechter abgeben und überhitzen schneller. Beobachten Sie diese Tiere an heißen Tagen besonders aufmerksam und vermeiden Sie längere Aufenthalte in der Sonne.
Nicht nur die tatsächliche Temperatur spielt eine Rolle. Auch die gefühlte Temperatur steigt durch direkte Sonneneinstrahlung, hohe Luftfeuchtigkeit oder fehlenden Wind deutlich an. Dadurch kann der Körper schneller überhitzen.
Achten Sie auf erste Anzeichen einer Überhitzung:
- Starkes Hecheln,
- Unruhe,
- Schwäche,
- Zittern oder
- vermehrtes Speicheln
Diese ersten Anzeichen einer Überhitzung sollten ernst genommen werden. Später können Erbrechen, Kreislaufprobleme oder sogar Bewusstlosigkeit auftreten. Dann zählt jede Minute!
Mit einfachen Maßnahmen durch heiße Tage
Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein. Wechseln Sie das Wasser regelmäßig. Viele Tiere trinken lieber kühles, aber nicht eiskaltes Wasser. Zur Abkühlung können Pfoten oder Beine vorsichtig mit kaltem Wasser benetzt werden. Eiswasser sollte vermieden werden, da es den Kreislauf zusätzlich belasten kann.
Verlegen Sie Spaziergänge mit dem Hund in die frühen Morgenstunden oder den späten Abend. Vermeiden Sie die Mittagshitze. Auch längere Spielzeiten oder körperliche Anstrengungen sollten an heißen Tagen reduziert werden.
Achten Sie auch auf den Untergrund. Asphalt, Pflastersteine oder Sand können sich stark aufheizen. Sie verursachen schmerzhafte Verbrennungen an den Pfoten. Testen Sie den Boden mit dem Handrücken. Ist er für Sie zu heiß, ist er auch für Ihren Hund zu heiß.
Katzen suchen sich häufig selbst schattige Plätze. Trotzdem benötigen auch sie ausreichend Wasser und ruhige Rückzugsorte. Besonders Wohnungskatzen profitieren von abgedunkelten Räumen und einer guten Luftzirkulation.
Kaninchen und andere Kleintiere reagieren ebenfalls besonders empfindlich auf extreme Hitze. Das Gehege sollte daher niemals in der prallen Sonne stehen. Sorgen Sie für ausreichend Schatten, frisches Wasser und eine gute Belüftung. Kühlmatten oder gekühlte Fliesen können zusätzlich helfen.
So kommen Pferde gut durch heiße Sommertage
Auch Pferde benötigen im Sommer besondere Aufmerksamkeit. Sie brauchen jederzeit ausreichend Wasser, schattige Bereiche auf der Weide und regelmäßige Kontrolle. An besonders heißen Tagen sollten Training und andere körperliche Anstrengungen möglichst vermieden oder in die kühlen Morgenstunden verlegt werden. Schwitzen Pferde stark, verlieren sie nicht nur viel Flüssigkeit, sondern auch wichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Chlorid. Diese Mineralstoffe sind unter anderem für den Flüssigkeitshaushalt, die Muskelfunktion und den Kreislauf wichtig. Werden sie nicht ausreichend ersetzt, kann dies die Regeneration erschweren sowie die Leistungsfähigkeit, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes beeinträchtigen.
Ob und wann eine zusätzliche Gabe von Elektrolyten sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von:
- hohen Temperaturen
- Dauer der Belastung
- dem allgemeinen Gesundheitszustand des Pferdes
Lassen Sie sich hierzu jederzeit von Ihrer Tierarztpraxis beraten. So erhält Ihr Pferd genau die Unterstützung, die es während heißer Sommertage benötigt.
Erste Hilfe bei einem Hitzschlag – Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall.
Bringen Sie Ihr Tier sofort an einen schattigen und gut belüfteten Ort. Beginnen Sie anschließend langsam mit der Kühlung. Besonders geeignet sind Beine, Pfoten und der Bauch. Verwenden Sie hierfür kaltes Wasser, jedoch kein eiskaltes Wasser. Eine zu schnelle Abkühlung kann den Kreislauf zusätzlich belasten.
Bieten Sie Ihrem Tier frisches Trinkwasser an, zwingen Sie es jedoch nicht zum Trinken. Auch wenn sich Ihr Tier scheinbar schnell erholt, sollte es anschließend tierärztlich untersucht werden. Denn ein Hitzschlag kann innere Organe schädigen und lebensbedrohliche Folgen haben.
Besonders wichtig ist ein Blick ins Auto. Bereits nach wenigen Minuten entstehen dort lebensgefährliche Temperaturen. Selbst bei geöffnetem Fenster steigt die Innentemperatur rasant an. Lassen Sie niemals ein Tier allein im Auto zurück!
Das gilt übrigens genauso für Babys und Kleinkinder. Auch sie dürfen niemals allein im Fahrzeug bleiben. Schon kurze Zeit kann lebensgefährlich sein.
Häufige Fehler an heißen Sommertagen
Viele Notfälle lassen sich durch gutes Management vermeiden. Dennoch passieren im Sommer immer wieder dieselben Fehler. Zu lange Spaziergänge während der Mittagshitze, ausgedehnte Fahrradtouren mit dem Hund oder intensives Training bei hohen Temperaturen belasten den Organismus erheblich. Planen Sie Aktivitäten deshalb möglichst in den frühen Morgenstunden oder am Abend.
Vor allem E-Bike und E-Scooter Läufe mit dem Hund sollten vermieden werden.
Auch Außengehege, Ställe oder Weiden benötigen ausreichend Schatten. ACHTUNG: Transportboxen, Wintergärten und schlecht belüftete Räume können sich innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen. Sorgen Sie deshalb jederzeit für ausreichend Frischluft und angenehme Rückzugsmöglichkeiten.
Auch im Haus können Sie Ihr Tier unterstützen. Schließen Sie tagsüber Fenster und Rollläden auf der Sonnenseite. Lüften Sie früh morgens oder spät abends. So bleiben die Räume deutlich kühler.
Sinnvolle Beschäftigung trotz Hitze
Auch an warmen Tagen möchten viele Tiere beschäftigt werden. Verlegen Sie Aktivitäten einfach in die kühleren Tageszeiten. Kurze Spaziergänge, ruhige Suchspiele oder Intelligenzspiele sind für Hunde häufig besser geeignet als intensive Bewegung.
Katzen ziehen sich bei Hitze meist von selbst an kühlere Orte zurück. Meerschweinchen und Kaninchen freuen sich über schattige Plätze sowie geeignetes Frischfutter mit einem hohen Wassergehalt.
Pferde profitieren von ausreichenden Ruhephasen und sollten während der größten Mittagshitze möglichst nicht trainiert werden.
Bieten Sie Ihrem Tier mehrere schattige Liegeplätze an. Kühlmatten, feuchte Handtücher oder kühle Fliesen werden von vielen Tieren gerne angenommen. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Tier selbst entscheiden kann, ob es diese Angebote nutzen möchte.
Kontrollieren Sie Ihr Tier während längerer Hitzeperioden regelmäßig.
- Frisst es normal?
- Trinkt es ausreichend?
- Wirkt es müde oder ungewöhnlich ruhig?
Veränderungen sollten ernst genommen werden, insbesondere bei alten oder chronisch kranken Tieren.
Unsere Tierarztpraxis ist für Sie da
Wenn Sie unsicher sind oder Ihr Tier Anzeichen einer Überhitzung zeigt, nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit Ihrer Tierarztpraxis auf. Eine schnelle Einschätzung kann schwere Folgen verhindern.
Viele Fragen lassen sich bereits telefonisch oder per E-Mail klären.
Hitze ist für Haustiere mehr als nur unangenehm. Mit ausreichend Wasser, Schatten, Ruhe und Aufmerksamkeit lassen sich viele Risiken vermeiden. Achten Sie besonders auf alte sowie chronisch kranke Tiere. So kommen Hund, Katze, Kaninchen und Pferd sicher durch den Sommer.
