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Grannen bei Hund und Katze: Warum gerade jetzt besondere Vorsicht gilt

Sommerzeit ist Grannenzeit. Grannen wirken auf den ersten Blick harmlos. Für Hunde und Katzen können sie jedoch schnell unangenehm oder sogar gefährlich werden. Besonders beim Spaziergang durch hohes Gras können diese Pflanzenteile leicht im Fell hängen bleiben.

Für Hunde und Freigängerkatzen ist die Grannenzeit ein wichtiges Thema. Das gilt auch im Raum Elbe-Elster sowie in Bad Liebenwerda, Falkenberg, Luckenwalde, Klettwitz und Doberlug-Kirchhain. Denn je früher eine Granne entdeckt wird, desto besser lässt sie sich entfernen. Ist sie bereits in Nase, Ohr, Pfote oder Haut eingedrungen, sollte Ihr Tier unbedingt tierärztlich untersucht werden.

In unserer Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. M. Kreher und Dr. E. Stamnitz GmbH untersuchen wir betroffene Hunde und Katzen gründlich. Je nach Befund setzen wir dabei auch moderne Diagnostik ein. Besonders bei tief sitzenden oder schwer sichtbaren Fremdkörpern kann eine Endoskopie hilfreich sein. Damit lässt sich die Granne gezielt aufspüren und oft schonend entfernen.

Was sind Grannen?

Grannen sind kleine, borstige Pflanzenteile von Gräsern und Getreidearten. Sie besitzen feine Widerhaken. Dadurch bleiben sie leicht im Fell hängen. Mit jeder Bewegung können sie weiter in Richtung Haut, Ohr, Nase oder Pfoten wandern.

Das Problem: Durch ihre Struktur bewegen sie sich, einmal im Fell, nur noch in eine Richtung. Grannen werden oft erst bemerkt, wenn sie bereits Beschwerden verursachen. Besonders häufig betroffen sind langhaarige Hunde, Hunde mit Schlappohren und Freigängerkatzen. Aber auch Wildtiere wie die europäische Wildkatze können durch Grannen verletzt werden. 

Hohes Gras und Getreide am Feldrand als Risiko für Grannen bei Hund und Katze im Sommer
In der Grannenzeit bleiben Pflanzenteile besonders leicht im Fell von Hunden und Freigängerkatzen hängen.

Warum sind Grannen für Hunde und Katzen so gefährlich?

Grannen sind nicht nur störend. Durch ihre Form können sie in Körperöffnungen oder in die Haut eindringen. Dort können sie Entzündungen, Schmerzen, eitrige Abszesse oder Verletzungen auslösen. 

Besonders tückisch ist, dass eingedrungene Fremdkörper von außen oft nicht mehr sichtbar sind. Die Beschwerden bei Ihrem Tier bleiben jedoch bestehen .In seltenen Fällen wandern die Fremdkörper tiefer in das Gewebe. Dadurch können auch Bereiche in der Nähe wichtiger innerer Organe betroffen sein. 

Häufig betroffene Stellen für Grannen bei Hunden und Katzen sind:

  • Ohren
  • Nase
  • Augen
  • Pfoten und Bereiche zwischen den Zehen
  • Achseln
  • Leiste
  • Hautfalten
  • Maul- und Rachenbereich

Je tiefer eine Granne sitzt, desto schwieriger wird die Entfernung. Deshalb gilt: Bei auffälligen Symptomen nach dem Spaziergang oder Freigang bitte nicht abwarten.

Typische Symptome: Hat mein Hund oder meine Katze eine Granne?

Die Symptome hängen stark davon ab, wo die Granne sitzt.

Im Ohr

Mögliche Anzeichen:

  • plötzliches Kopfschütteln
  • Kopfschiefhaltung
  • Kratzen am Ohr
  • Schmerzreaktion beim Berühren des Ohres
  • Unruhe
  • einseitige Ohrenentzündung

Eine Granne im Gehörgang kann sehr schmerzhaft für Hunde und Katzen sein. Bitte versuchen Sie nicht, tief im Ohr selbst zu suchen oder mit Wattestäbchen zu arbeiten. Dadurch wird sich die Situation für ihr Tier nicht verbessern – im Gegenteil.

In der Nase

Mögliche Anzeichen:

  • plötzliches, heftiges Niesen
  • Niesanfälle nach dem Spaziergang
  • einseitiger Nasenausfluss
  • blutiger Nasenausfluss
  • Reiben der Nase am Boden oder mit der Pfote
  • veränderte Atmung oder Atemgeräusch

Gerade Grannen in der Nase von Hund oder Katze sind von außen meistens nicht mehr sichtbar. Hier kann eine endoskopische Untersuchung besonders hilfreich sein, um den Fremdkörper zu lokalisieren und zu entfernen.

An oder in der Hunde- oder Katzenpfote

Mögliche Anzeichen:

  • plötzliches Humpeln
  • intensives Lecken oder Knabbern an einer Pfote
  • Rötung zwischen den Zehen
  • Schwellung
  • kleine Eintrittsstelle
  • eitriger Abszess

In den Bereichen zwischen den Zehen können Grannen besonders leicht in die Haut eindringen und von dort weiterwandern. Auch wenn von außen nur eine kleine Schwellung sichtbar ist, kann der Fremdkörper tiefer sitzen.

Am Auge

Mögliche Anzeichen:

  • Zukneifen eines Auges
  • Tränenfluss
  • Rötung
  • Reiben mit der Pfote
  • Lichtempfindlichkeit
  • geschwollenes Augenlid

Bei Augenbeschwerden sollte Ihr Tier immer zeitnah vorgestellt werden, nicht nur während der Grannenzeit. Fremdkörper am Auge können die Hornhaut stark reizen oder verletzen.

Schematische Darstellung, wie eine Granne bei Hund und Katze in die Haut eindringen und weiterwandern kann
Grannen besitzen eine raue Struktur und können sich bei Bewegung immer tiefer in Haut oder Gewebe von Hund und Katze vorarbeiten.

Wann sollte ich mit meinem Hund oder meiner Katze zum Tierarzt?

Bitte stellen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze zeitnah tierärztlich vor, wenn:

  • die Beschwerden plötzlich nach Spaziergang oder Freigang auftreten
  • Ihr Tier stark niest, humpelt, den Kopf schüttelt oder am Auge kratzt
  • Sie eine Granne sehen, diese aber nicht oberflächlich entfernen können
  • eine Stelle geschwollen, gerötet oder schmerzhaft ist
  • Nasen- oder Augenausfluss auftritt
  • Ihr Tier apathisch wirkt oder starke Schmerzen zeigt

Wichtig ist, die Granne nicht selbst zu entfernen, wenn sie bereits in die Haut, das Ohr, die Nase oder das Auge eingedrungen ist. Dabei kann die Granne abbrechen und Rückstände im Tier hinterlassen. Außerdem kann die Granne oder Teile davon noch tiefer wandern.

Endoskopische Entfernung von Grannen bei Hunden und Katzen: Wann ist sie sinnvoll?

Nicht jede Granne muss endoskopisch entfernt werden. Oberflächlich sitzende Grannen im Fell lassen sich oft einfach herauskämmen oder vorsichtig entfernen. Anders sieht es aus, wenn der Fremdkörper tiefer sitzt oder von außen nicht mehr sichtbar ist.

Eine Endoskopie kann besonders sinnvoll sein bei Verdacht auf:

  • Granne in der Nase
  • Granne in den Atemwegen
  • tief sitzende Fremdkörper
  • Fremdkörper im Magen-Darm-Bereich
  • unklare Beschwerden nach Kontakt mit Grannen
  • wiederkehrende Entzündungen ohne sichtbare Ursache

Bei der Endoskopie wird mit einer kleinen Kamera in den betroffenen Bereich geschaut. So kann die Tierärztin oder der Tierarzt den Fremdkörper oft gezielter erkennen und je nach Lage entfernen. Für Ihr Tier bedeutet das eine präzise Untersuchung und eine gezielte Behandlung. Häufig ist dieses Vorgehen schonender als ein größerer chirurgischer Eingriff. 

Warum schnelles Handeln so wichtig ist

Grannen können sich durch ihre Widerhaken weiter in das Gewebe bewegen. Wird zu lange gewartet, können Entzündungen, Abszesse oder tiefere Verletzungen entstehen. Außerdem wird die Suche nach dem Fremdkörper schwieriger, wenn er weiterwandert oder abbricht.

Je früher Ihr Tier untersucht wird, desto besser stehen die Chancen, die Granne schnell und gezielt zu entfernen.

So können Sie bei Hund und Katze vorbeugen

Ganz vermeiden lässt sich der Kontakt mit Grannen im Sommer nicht. Sie können das Risiko aber deutlich reduzieren:

  • Meiden Sie hohes, trockenes Gras und Getreidefelder.
  • Kontrollieren Sie den Körper Ihres Hundes nach jedem Spaziergang.
  • Kontrollieren Sie Freigängerkatzen regelmäßig nach dem Heimkommen.
  • Schauen Sie besonders zwischen die Zehen, in die Ohren, unter die Achseln und in die Leiste.
  • Bürsten Sie langhaarige Tiere regelmäßig.
  • Kürzen Sie langes Fell zwischen den Ballen und an den Pfoten
  • Achten Sie nach jedem Spaziergang auf Niesen, Kopfschütteln, Humpeln oder Kratzen.

Checkliste nach dem Spaziergang

Nach Gassirunden im Sommer lohnt sich ein kurzer Check bei Ihrem Hund. Besonders der Körper Ihres Hundes sollte dabei sorgfältig kontrolliert werden: 

  1. Pfoten und Bereiche zwischen den Zehen kontrollieren
  2. Ohren ansehen und auf Kopfschütteln achten
  3. Fell an Bauch, Achseln und Leiste abtasten
  4. Augen auf Rötung oder Tränenfluss prüfen
  5. Nase beobachten: Niesen oder Ausfluss?
  6. Verhalten beobachten: Unruhe, Lecken, Humpeln?

Diese Kontrolle dauert nur wenige Minuten und kann Ihrem Tier Schmerzen ersparen.

Nach Spaziergängen durch hohes Gras sollten Fell, Pfoten, Ohren und Hautfalten gründlich auf Grannen kontrolliert werden.
Diese entfernten Grannenteile zeigen, wie klein und unscheinbar die Fremdkörper sein können – und warum sie bei Hund und Katze trotzdem große Beschwerden verursachen können.

Grannenzeit in Elbe-Elster: Wir sind für Ihr Tier da

Haben Sie bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze den Verdacht auf eine Granne, melden Sie sich bitte zeitnah in Ihrer Tierarztpraxis.In der Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. M. Kreher und Dr. E. Stamnitz GmbH untersuchen wir Ihr Tier gründlich. Je nach Befund empfehlen wir die passende Behandlung. 

Besonders bei Grannen in der Nase, den Atemwegen oder tiefer liegenden Bereichen kann eine Endoskopie sinnvoll sein. Sie hilft dabei, die Ursache der Beschwerden zu erkennen und die Granne gezielt zu entfernen.